Drei-Mohren-Strasse umbenennen, weil „rassistisch“ ? Das ist Unfug

Ja, niemand soll wegen seiner Hautfarbe oder Herkunft diskriminiert werden. Und das heisst ? Ermutigt durch vorhergehende wohlwollende Artikel in MZ und Wochenblatt haben – so lese ich im weiteren MZ-Artikel „Drei-Mohren-Straße soll umbenannt werden“ – etwa 60 junge Menschen dort zum „Internationalen Tag der Erinnerung“ an Sklaverei die Umbenennung gefordert . Und sie kritisieren, „dass ein Cafe in dieser Straße den Begriff übernommen und legitimiert hätte„. „Decolonize Regensburg“ lese ich auf dem abgebildeten Protest-Plakat. Echt ?

Fragen an die „Anti-Rassisten“:

Liebe „Anti-Rassisten“,
Ich habe da einige Fragen an euch:
Habt Ihr schon als Beschimpfung ,du Mohr!‘ oder dergleichen gehört? Ich auch nicht, weil:
Angefangen vom Mohren-König Balthasar, einem der sogen. heiligen drei Könige (Jesus- Geburts-Geschichte lesen ! ) bis hin zum Mohren Hl. Mauritius ist der Begriff „Mohr“ im christlichen Abendland mit wenigen Ausnahmen positiv besetzt. Ausführlich könnt Ihr die Mohren-Historie nachlesen im Nachdenkseiten-Artikel „Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan…“ . Übrigens ein linkes Magazin.

Das heißt: Ihr führt hier einen Schein-Kampf. Warum habt Ihr Euch nicht kundig gemacht?
Was Ihr hier also macht, das ist:

Verharmlosung von Rassismus im Namen von Anti-Rassismus.


Und: Angenommen, die Drei-Mohren-Straße würde in – sagen wir – „Anti-Rassismus-Straße“ umbenannt. Würde irgendwo irgendjemand in dieser Stadt dadurch weniger rassistisch denken ? Würde es irgendeinem farbigen „Mohren“ in dieser Stadt besser gehen? Nein. Was Ihr da treibt, ist nur eine Schaufenster-Aktion. Schade.

Und: Habt Ihr Euch schon mal ernsthaft damit beschäftigt, was Ausländer, insbesondere Flüchtlinge in dieser Stadt tatsächlich an Unterstützung brauchen? Ich unterstütze seit Jahren Flüchtlinge dabei, hier „anzukommen“ und eine Lebens-Chance zu bekommen, statt nur zu überleben. Das ist HARTE ARBEIT. Also wenn Ihr Euer Anliegen ernst nehmt, dann engagiert Euch tatsächlich und konkret. Ausländer haben wahrhaftig existenzielle Probleme, aber Straßen-Namen gehören da nicht dazu. Übrigens ist Sklaverei gegenwärtig und keine Sache für „Erinnerungstage“! Ich sage aus meiner Berufserfahrung heraus nur: „Lohn-Sklaverei“ , u.a. die besondere Ausnutzung gerade von Flüchtlingen, damit habe ich immer wieder zu tun.

Die Mittelbayerische und regensburg digital: Aufklärung nein Danke ?

Und was bewirkt hier eigentlich die MZ mit diesem unkritischen Beitrag ?

Wie wäre es denn damit gewesen, diese jungen „Anti-Rassisten“ mal bildungsmäßig über ihren Unsinn aufzuklären ?! Durch ihre unkritische Berichterstattung beteiligt sich die MZ an der Ruf-Schädigung der sympathischen Leute vom Drei-Mohren-Cafe, die auf ihrer website dazu Stellung nehmen, warum sie ihren Cafe-Namen nicht ändern. Lesenswert !

Und wo bleibt regensburg digital mit der Aufklärung ? Ich lese da nur lapidar (rd 24.7.20), dass es die Forderung nach Umbenennung gebe, aber keine Aufklärung, keine Kritik. Will rd die eigene anti-rassistische Leserschaft nicht vergrätzen ? Schade.

Und übrigens: Das Wort „Rasse“ ist eine reaktionäre Erfindung, es gibt biologisch keine Menschen-„Rassen“.