fridays for future : Vom Schülerstreik mit Spassfaktor zum corona-konformen Klima-Strebertum ?

Letztes Jahr war ich noch begeistert bei den FRIDAYS FOR FUTURE dabei. Und jetzt ? Nach meinem Eindruck sind die FRIDAYS mangels Weiterentwicklung zur Mogelpackung geworden:

Außen steht zwar „globaler Klimastreik 25.9 !“ drauf. Aber tatsächlich macht niemand einen Streik.

Und: Der Aufruf zum Klimastreik der ffm enthält nichts neues. Es werden die bekannten Forderungen wiederholt. Dann heißt es weiter:

„Von April 2019 bis jetzt hat die Politik es geschafft, unsere Forderungen konsequent zu ignorieren und mit ihrem Klimapäckchen gezeigt, wie wenig sie von einer lebenswerten Zukunft halten.“

Und warum ist das so ? Der Aufruf verzichtet leider gänzlich darauf, Ross und Reiter der Umweltzerstörung und des Klimawandels zu nennen.

Und wie sollen die Forderungen durchgesetzt werden ? Die müde „Drohung“ lautet:

„Wer unsere Stimme für die Bundestagswahl im nächsten Jahr will, muss spätestens 2030 aus der Kohle aussteigen.“

Na, dieses Problem sollten die Parteien doch mit ausreichend vorgetragenen leeren Wahl-Versprechungen lösen können! Die dann wie immer auf Grund von „Sachzwängen“ nicht umgesetzt werden können…Seid ihr echt noch so jung, dass ihr dieses ewige Wähler-Betrugsspiel noch nicht durchschaut habt ?

Reden wir endlich mal über Ross und Reiter der „Klimakatastrophe“ statt hohler Appelle und leerer Drohungen :

Liebe fridays for future, wie wärs mal mit neuen Erkenntnissen statt Jammerei ?!

Ihr beklagt: Die Regierung(en) hört nicht auf die Vorhersagen der Klima-Wissenschaftler. Und ihr bemerkt: Ein Teil der Menschheit erleidet bereits die Folgen des menschengemachten Klimawandels.

Wie sollte es anders sein ?

„Wir“ haben eine kapitalistische Wirtschaftsweise. Was heisst, der Zweck dieses Wirtschaftens ist die Vermehrung von Kapital, um damit noch mehr Kapital zu schaffen. Das wird „Wirtschaftswachstum“ genannt . Unsere Umwelt ist für diese Wirtschaftsweise nur ein Kostenfaktor. Mehr interessiert diese Wirtschaftsweise nicht. Das hat (für einen Teil der Menschen) eine Zeitlang gut funktioniert, relativ viele haben dadurch einen relativ hohen Lebensstandard gehabt. Und nun erleben wir die Folgen, wenn die Umwelt nichts als ein Kostenfaktor ist und darum so hemmungslos wie profitmöglich in ihre Einzelteile zerlegt, verwurstet, vergiftet und zerstört worden ist und wird…

Die Regierung(en) , an die ihr appelliert, ist offenbar der Sachwalter dieser Wirtschaftsweise. Sie gibt dieser Wirtschaftsweise den Rahmen vor, und ihre Macht z.B. in Gestalt des Staatshaushalts basiert umgekehrt auf der „starken Wirtschaft“. Frau Merkel mag es persönlich bedauern oder auch nicht: ihr Job ist es, nur soweit etwas für die Umwelt zu tun, dass der Kapitalismus (weiter) funktioniert. Und Umweltschutz und moderne Umweltschutztechnologien werden daher in der Rubrik „macht Deutschland weltweit stark!“ gehandelt . Und nicht unter der Rubrik „Wir retten das Klima !

Das wird zum Beispiel in den lesenswerten telepolis-Artikeln “ fridays for future -und was dazu nicht im Schulbuch steht“ und „Von der German energiewende “ dargestellt.

Das fridays- Vorbild: Die Corona-Notstandspolitik ?

Ist die Corona-Politik ist nun euer großes Vorbild ? Denn im weiteren bundesweiten ffm-Aufruf zum 25.9. „Corona-Hinweise“ lese ich:


„Corona hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, eine Krise als solche zu behandeln und so früh wie möglich Maßnahmen zu ergreifen – und nicht erst, wenn Kipppunkte überschritten werden und Menschenleben auf dem Spiel stehen! Intakte Natur schützt uns vor Pandemien, also ist es nur sinnvoll, Klimaschutz und Gesundheit zusammenzudenken.
Jedoch ist genau das Gegenteil der Fall: Die Coronakrise wird missbraucht, um Rückschritte beim Klimaschutz zu rechtfertigen. Wir zeigen mit unseren Streiks, dass es keinen Grund gibt, bei der Bekämpfung der einen Krise die andere noch zu befeuern!“

An der staatlichen Corona-Politik könntet ihr bemerken, dass eure Forderungen nach Umwelt- und Klimaschutz eben nicht relevant im Sinne des Systems sind. Es ist für eine funktionierende kapitalistische Wirtschaftsweise nun wichtiger, „Rückschritte beim Klimaschutz zu machen „. Eure Forderungen sind daher aus Regierungssicht kontraproduktiv. Und was heisst das für Euch ?

Liebe fridays , sagt endlich den Menschen die Wahrheit, nennt Ross und Reiter !

Die bittere Wahrheit ist, dass hierzulande außer durch massiven außerparlamen -tarischen Druck nichts wirklich für uns im Umweltschutz vorangehen wird. Einfach weil unsere Interessen nach Umweltschutz und die des Kapitalismus nicht zusammen passen.

Anstatt das zu bemerken, begeistert ihr euch für die „Maßnahmen“ der Coronapolitik und hättet sie auch gerne im Bereich Umwelt. Oder missverstehe ich Euch da ? Nun, die staatlichen „Maßnahmen“ waren die Einschränkung wesentlicher Grundrechte der BürgerInnen wie der Grundrechte auf Freizügigkeit und körperliche Unverletzlichkeit, der Versammlungs- und Demonstrationsfreiheit. Das wollt Ihr jetzt auch im Bereich der Umwelt ? Oder was genau wollt Ihr ?

Und: Dass es hier eine Menge – allerdings systematisch diffamierter – Wissenschaftler gibt, die die Corona-Maßnahmen für nicht im Interesse der Menschen halten, ignoriert Ihr gänzlich. Im telepolis-Artikel „Klima zwischen Notstand und Tarifkampf „ werden die FRIDAYS deswegen ausführlich kritisiert.

Die REGENSBURGER FRIDAYS FOR FUTURE -Gruppe setzt dem ganzen die Krone auf, indem sie auf ihrem Hygiene-Konzept zu den Kundgebungen am 25.9. schreibt :

„Während der gesamten Versammlung (inkl. Auf- und Abbau) haben alle Anwesenden eine Mund- und Nasenbedeckung zu tragen…Auch hier werden Ordner*innen und die Versammlungsleitung darauf achten, dass die Maßnahmen eingehalten werden. Bei schweren Verstößen wird auch hier der Kontakt zur Polizei aufgenommen.  „

Die Regensburger fridays als Corona-Hilfspolizei ?

Krass, liebe FRIDAYS . Ihr spaltet mit solchen Drohungen schlichtweg den Protest gegen die Umweltzerstörung.

Wisst ihr, FRIDAYS, die Freude beim Mitmachen letztes Jahr – immerhin war ich bei 5 eurer Demos und bei der Altstadt-Menschenkette – war die gemeinschaftliche Lebendigkeit, das Springen und Hüpfen während der Demos zum Beispiel.

fridays 2019 Neupfarrplatz mit Spaßfaktor

Und nun sollte ich mit sinnfreier Maske und Abstand an der Donau frieren und den corona-konformen Klimastreber markieren? Nur um gut bei Leuten anzukommen, die einen Furz für die genannten Umweltforderungen tun ? Nur damit euch die MZ weiter als brave Klima-Musterstreber fördert , anstatt euch wie früher als „Schulschwänzer“ anzupinkeln ? Na wenn das alles ist, dann ist meine „Ausrede“ so: Wahrscheinlich hätte ich mich an der Donau erkältet, und ihr wisst ja: Geschwächtes Immunsystem, Corona, und bei mir mit meinen vielen Bekannten – Superspreader-Gefahr ! Darum habe ich es gemacht wie die FRIDAYS in München: Die haben ihre Kundgebung wegen Corona abgeblasen und sind zu Hause geblieben, wie ich in der SZ lese…

Autor : Otmar Spirk

,