Eine Watschen für MZ und regensburg digital: DER APPELL FÜR FREIE DEBATTENRÄUME !

Dem Philosophen und Autor Gunnar Kaiser (KAISERTV auf youtube) und dem Juristen und Journalisten Milosz Matuschek ging es wie mir: Sie haben die Nase voll von einseitiger Berichterstattung, in der sie wegen ihrer kritischen Meinungen z.B. zur Corona-Politik diffamiert werden. Ebenso haben sie die Nase voll von Zensur und sogen. Kontaktschuld.

Sie haben daher den folgenden „Appell für freie Debattenräume“ initiiert. 200 öffentlich bekannte Menschen von A wie Hamed Abdel-Samad , Publizist bis W wie Günther Wallraff, Enthüllungsautor und Aktivist waren Erstunterzeichner. Hier die Liste der 200 Erstunterzeichner. Darunter sind auch 2 bekannte Regensburger Persönlichkeiten: Nämlich die beiden Strafrechtsprofessoren an der Universität Regensburg Prof. Dr. Katrin Gierhake (Blog mitdenken.ur.de) und Prof. Dr. Tonio Walter, zugleich Richter am Obersten Bayerischen Landgericht und ehemals Dekan der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Uni haben den Appell unterschrieben..

Dem Appell haben sich inzwischen etwa 19000 Menschen insbesondere aus dem Bereich der Kultur- und Medienschaffenden angeschlossen.

Hier der Appell für freie Debattenräume (Hervorhebungen sind von mir):

„Absagen, löschen, zensieren: seit einigen Jahren macht sich ein Ungeist breit, der das freie Denken und Sprechen in den Würgegriff nimmt und die Grundlage des freien Austauschs von Ideen und Argumenten untergräbt. Der Meinungskorridor wird verengt, Informationsinseln versinken, Personen des öffentlichen und kulturellen Lebens werden stummgeschaltet und stigmatisiert.

Wir erleben gerade einen Sieg der Gesinnung über rationale Urteilsfähigkeit. Nicht die besseren Argumente zählen, sondern zunehmend zur Schau gestellte Haltung und richtige Moral. Stammes- und Herdendenken machen sich breit. Das Denken in Identitäten und Gruppenzugehörigkeiten bestimmt die Debatten – und verhindert dadurch nicht selten eine echte Diskussion, Austausch und Erkenntnisgewinn. Lautstarke Minderheiten von Aktivisten legen immer häufiger fest, was wie gesagt oder überhaupt zum Thema werden darf. Was an Universitäten und Bildungsanstalten begann, ist in Kunst und Kultur, bei Kabarettisten und Leitartiklern angekommen.

Inzwischen sind die demokratischen Prozesse selbst bedroht. Der freie Zugang zum öffentlichen Debattenraum ist die Wesensgrundlage eines jeden künstlerischen, wissenschaftlichen oder journalistischen Schaffens sowie die Basis für die Urteilskraft eines jeden Bürgers. Ohne freie Debatten und freie Rede gibt es keine funktionierende Demokratie. Wie wollen wir in Zukunft Sachfragen von öffentlichem Interesse behandeln? Betreut und eingehegt – oder frei?

Die gezielte Verunglimpfung von Intellektuellen, Künstlern, Autoren und jedem, der von der aktuell herrschenden öffentlichen Meinung abweicht, ist eine inakzeptable Anmaßung. Freie Rede und Informationsgewinnung sowie freie wissenschaftliche oder künstlerische Betätigung sind Rechte und nicht Privilegien, die von dominierenden Gesinnungsgemeinschaften an Gesinnungsgleiche verliehen und missliebigen Personen entzogen werden können. Es ist dabei unerheblich, auf welcher politischen Seite die Gruppierung steht, ob sie religiös, weltanschaulich oder moralisch motiviert ist – ein Angriff auf die Demokratie bleibt ein Angriff auf die Demokratie. https://c0.pubmine.com/sf/0.0.3/html/safeframe.htmlReport this ad

Wir fordern sämtliche Veranstalter, Multiplikatoren oder Plattformbetreiber auf, dem Druck auf sie standzuhalten und nicht die Lautstarken darüber entscheiden zu lassen, ob eine Veranstaltung stattfindet oder nicht.

Wir solidarisieren uns mit den Ausgeladenen, Zensierten, Stummgeschalteten oder unsichtbar Gewordenen. Nicht, weil wir ihre Meinung teilen. Vielleicht lehnen wir diese sogar strikt ab. Sondern weil wir sie hören wollen, um uns selbst eine Meinung bilden zu können.

Wir möchten das unselige Phänomen der Kontaktschuld beenden. Ohne sie wäre die Absageunkultur nicht möglich. Kontakt ist nicht geistige Komplizenschaft. Die Nutzung einer gemeinsamen Plattform oder Bühne ändert nichts daran, dass jeder für sich spricht und auch nur dafür verantwortlich ist, was er oder sie sagt.

Auch die Unterzeichner dieses Appells sprechen jeweils nur für sich selbst. Uns eint vielleicht nichts, außer die Sehnsucht nach einer aufregenden, für beide Seiten erhellenden Konversation und nach einem vielfältigen Kulturangebot, was auch immer jede und jeder darunter verstehen mag.“

Was für mich dieser Appell mit Mittelbayerischer Zeitung und regensburg digital zu tun hat, war bereits zum Beispiel in meinen Artikeln hier ,hier, hier und hier zu lesen.