„Wirtschaft hat Priorität“ im lockdown oder : Kapitalismus first!

Anläßlich der Ankündigung des 2. lockdowns verkündete Kanzlerin Merkel u.a., „die Wirtschaft hat Priorität“.

Ist das die Ursache, warum der einfache Bürger die Hauptlast der „Corona-Bekämpfung“ tragen muss? Ja, meint Professor Suitbert Cechura in seinem telepolis-Artikel „Der Bürger als Risikofaktor und Schutzobjekt“.

Er schreibt unter anderem :

„In einer Gesellschaft, in der es um die Versorgung und das Wohlergehen der Bevölkerung ginge, wäre die Bekämpfung der Pandemie keine komplizierte Sache. Es müsste die Versorgung mit Lebensmitteln für die Zeit der Quarantäne organisiert und gesichert werden, dann würde die ganze Bevölkerung für diese Zeit in Quarantäne geschickt und nur getestetes Pflegepersonal würde die Patienten versorgen. Dann wäre die Pandemie schnell gebannt.

Dies geht aber nicht in einer Gesellschaft, in der alles als Geschäft organisiert ist. In ihr gilt nicht als das entscheidende Kriterium, ob die Versorgung der Bevölkerung sichergestellt ist. Vielmehr sind Versorgung, Vergnügen oder lebenswichtige Dienstleistungen Mittel des Geschäfts; sie sind dazu da, um aus Geld mehr Geld zu machen…“

Prof. Cechura führt dann aus, dass „Wirtschaft“ nicht gleich „Wirtschaft“ ist, sondern geprüft wird, welcher Teil der Wirtschaft systemrelevant ist. Wohlgemerkt nicht etwa relevant für die breite Mehrheit der Bevölkerung, sondern relevant für die Stärke des deutschen Staates.

Zu den Einschränkungen, die der breiten Mehrheit der Bevölkerung auferlegt werden, schreibt er:

„Der kapitalistische Alltag wird für die meisten Bürger damit auf das beschränkt, wofür sie in dieser Gesellschaft da sind: Sie sollen weiter ihre Arbeitsleistung bei den Arbeitgebern abliefern können…“

Sehr lesenswert , finde ich !

Autor : Otmar Spirk