An der Isolation gestorben: Ein Pfarrer schweigt nicht länger

Unter der Überschrift „Pfarrer warnt vor Isolation“ (MZ 2.11.20) traut sich der Burglengenfelder Pfarrer Helmut Brügel, für seine Gläubigen einzustehen.

Respekt !

Er ist einer der wenigen Geistlichen, die nicht totschweigen, wie Menschen in den Altenheimen zu Tode „geschützt“ wurden – und weiter werden.

Auf die Frage, was die Totalisolation mit den alten Menschen gemacht hat, erzählt Pfarrer Brügel:

„Die Aussicht, nicht zu wissen, wann die Isolation endet, haben einige nicht verkraftet. Sie sind deshalb gestorben.

Aber jetzt gebe es ja keine Totalisolation mehr, meint die Mittelbayerische . Brügel antwortet:

„In Burglengenfeld nicht, aber ich kenne Heime in anderen Regionen, wo das wieder beschlossen wurde.“

Ohne Widerspruch von Angehörigen und Betreuern: Die Alten werden zu Tode „geschützt“

Und er stellt klar, dass er das in seinem Wirkungskreis nicht akzeptieren werde und die Heimleitungen darauf hinweisen würde, dass die alten Menschen „zwar pflegbedürftig, aber nicht rechtlos“ seien.

Meine Erfahrung als Berufsbetreuer von Menschen in Altenheimen ist:

Solange da nicht von aussen – insbesondere durch Angehörige oder gesetzliche Betreuer – Druck auf die Heimleitungen gemacht wird, werden die Bedürfnisse der „Senioren“ schlichtweg ignoriert. Weitere aktuelle Beispiele aus Heimen in Stadt und Landkreis Regensburg habe ich kürzlich geschildert .

Sein Standpunkt sei, so der Pfarrer:

„Was nützt die körperliche Unversehrtheit, wenn man emotional vor die Hunde geht ?“

So ist es.

Autor : Otmar Spirk