„Der größte Lump im ganzen Land ist …“ : Regensburger Uni-Sprecherrat/AStA ruft zur anonymen Professoren-Denunziation auf

Der Präsident der Regensburger Universität Prof. Udo Hebel hatte eine Eingebung: In einem „Statement des Präsidenten zu Äußerungen…im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie“ mahnte er die Professoren, sich nur als solche zu äußern, soweit sie das „aus eigener wissenschaftlicher Kompetenz heraus“ tun könnten.

Der Anlaß ? Keiner !!! Denn – so der Universitäts-Sprecher : „Der Brief des Präsidenten war keine Reaktion auf eine einzelne Äußerung eines Mitglieds der Universität“, lese ich im Artikel zur Nachfrage der Mittelbayerischen Zeitung dazu .

Andere Geister, die im sogen. Studentischen SprecherInnenrat der Universität/AStA sitzen, haben darin sehr wohl eine Botschaft von oben verstanden :

Denunzieren statt diskutieren: Die Stunde der kleinen Feiglinge

Der Studentische SprecherInnenrat/AStA veröffentlichte das „Statement“ des Präsidenten auf seiner facebook-Seite und ruft im Kommentar zur anonymen Denunziation von Verstößen gegen die „Neutralität der Lehre“ auf:

„Die Neutralität der Lehre soll auch während der Corona-Pandemie gewährleistet werden! Falls euch also etwas auffällt, was euch komisch vorkommt oder wo ihr euch unsicher seid, dann meldet euch bitte direkt bei uns. Am besten per Mail an Sprecher_innenrat@ur.de und wir antworten euch so schnell, wie möglich. Eure Anonymität wahren wir unter allen Umständen! Niemand soll persönliche Konsequenzen durch einen Hinweis fürchten!
Wir sind für euch da als Ansprechpersonen!

Liebe Grüße, euer AStA“

An der Universität gibt es ganze (oder immerhin ?) drei Professoren, die durch Coronapolitik-kritische Beiträge auffallen, nämlich die Rechts-Professoren Torsten Kingreeen und Katrin Gierhake (Blog mitdenken.ur.de), sowie den Psychologie-Professor Christof Kuhbandner – der auch prompt als erster denunziert wurde.

Ich war seinerzeit Mitglied im AStA (Allgemeiner Studentenaussschuss) der Universität Regensburg. Wir haben uns damals mit etlichen Profs über deren Ansichten öffentlich gestritten. Das hieß: Wir haben sie in Flugblättern kritisiert, und wir haben mit ihnen diskutiert, ja und selbstverständlich !

Aber auf die Idee, sie – noch dazu anonym – bei der Hochschulleitung oder sonst wo zu denunzieren, oder zu ihrer Denunziation aufzurufen, sind wir nie gekommen.

Denn wie es so trefflich heißt: „DER GRÖSSTE LUMP IM GANZEN LAND / IST UND BLEIBT / DER DENUNZIANT„. Und die Anstifter zur Denunziation ? Die Mitglieder dieses „AStA“ ? Ich würde sie nicht mal mit der Kneifzange anfassen wollen. Schämt euch !

Kommt das Denunzieren aus schlechter , alter Zeit so langsam wieder in Mode?

So wurde zum Beispiel kürzlich sogar dem Ministerpräsidenten Söder vorgeworfen, er habe zum Denunzieren der Nachbarn bei Verstoß gegen die Corona-Verordnung aufgerufen. Was natürlich ein völliges Missverständnis war, wie Söder laut Süddeutscher Zeitung mitteilte.

13.1.2021

Autor: Otmar Spirk