Leserbriefe : Mit Beatmungsgerät unterwegs – Maskenbefreiung – Sie müssen draußen bleiben !

Wie von oben verordnete „Solidarität“ in einer autoritären Ellenbogengesellschaft in der Praxis aussieht, erfahren am schlimmsten die Menschen, die am meisten Solidarität bräuchten. Also Menschen aus sogen. Corona-Risikogruppen. Hierzu zwei Leserbriefe

Leserbrief 1: Sie müssen im Regen warten !

Eine Leserin schreibt mir, dass sie schwer atemwegserkrankt ist . Sie kann daher nur schlecht atmen und hat deshalb eine ärztliche Maskenbefreiung . Das ist dem Rest der „solidarischen“ Bürger respektive einem Zahnarzt aber wurscht. Sie schildert an einem Beispiel, was ihr schon wiederholt passiert ist :

Ich machte einen Termin beim Zahnarzt aus, weil mir Zähne abgebrochen sind. Am Telefon klärte ich gleich alles gesundheitliche ab, auch, dass ich maskenbefreit bin.

Ich bekam einen Termin 6 Wochen später. Ok, wer Zahnarzt-Bammel hat, wartet gern. Am besagten Tag fahren meine seelische Unterstützung und ich zum Zahnarzt .

An der Rezeption fragte man meine Unterstützung , was mir denn fehlen würde (warum ich keine Maske trage) ? Ich musste dann erfahren, daß ich erstmal ins Wartezimmer sollte – aber nur mit Maske ! Oder aber draußen warten muss (es regnete ! ). 6 Wochen warten für so einen Schei* Tag. Ich habe die Behandlung dann abgelehnt und wir sind durch die Gegend gefahren, um einen anderen Zahnarzt zu finden . Wir fanden jemanden, der zufällig einen Termin für nächsten Mittwoch frei bekam und sich auch im Kalender dick markierte, das ich maskenbefreit bin. Also, auf ein neues – Mittwoch…“

Leserbrief 2 : Maskenbefreit mit Beatmungsgerät – na und !

„Mir hat eine Bekannte von ihrer Freundin folgendes erzählt: Die alleinstehende alte Frau ist schwer atemwegsgeschädigt. Sie benötigt daher ein tragbares Atemgerät. Das ist auf dem Rücken festgeschnallt, und über Luftschläuche kommt der Sauerstoff in ihre Nasenlöcher. Natürlich ist sie ärztlich maskenbefreit, mit Maske könnte sie überhaupt nicht mehr ausreichend atmen. Und bisher kam sie in ihrem offensichtlichen Zustand immer problemlos in die Supermärkte rein.

Bisher: Als sie nämlich jetzt beim Globus war, wurde sie nicht mehr reingelassen ! Maskenpflicht, wurde ihr gesagt ! Und nein, es sei egal, dass sie ein Beatmungsgerät trage und maskenbefreit sei ! Vorschrift sei Vorschrift ! Unglaublich….“

Kommentar: In beiden Fällen wurden meines Erachtens Menschen wegen einer Behinderung diskriminiert – ein Verstoß gegen das Allgemeine Gleichstellungsgesetz (AGG). De facto gilt inzwischen in vielen Fällen Faustrecht. ich erlebe unsere Gesellschaft als um Jahrzehnte zurückgefallen und verroht…

19.1.2021

Autor: Otmar Spirk