Putin: Situation wie 1930er Jahre / Kampf aller gegen alle droht / Warnungen von den Medien totgeschwiegen

Kürzlich hielt der Präsident der Russischen Föderation Wladimir Putin vor dem virtuellen Weltwirtschaftsforum Davos eine Grundsatzrede ( hier Zusammenfassung), mit der Warnung, dass die Welt auf einen Krieg aller gegen aller zusteuere.

Beim Blättern durch die Massenmedien staunte ich: Die wichtigsten Aussagen Putins fehlten dort !

Putin sagte laut Russland-news:

Globale Situation: Direkte Parallelen sind unmöglich, aber einige Experten vergleichen die Weltlage mit den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts. „Und ich teile ihre Meinung.“

Was war los in den 30iger Jahren ? 1929 begann die „Weltwirtschaftskrise“. Anfang 1930 gab es schon 2 Millionen Arbeitslose in Deutschland. Am Ende des Jahrs waren es bereits 3 Millionen. 1930 wurde der letzte SPD-Reichskanzler abgewählt. Deutschland hangelte sich von Notstandsregierung zu Notstandsregierung, bis 1933…Fortsetzung bekannt

Auswirkungen von Covid-19: Die Pandemie hat die angestauten Widersprüche in der Welt verschärft. Heute kann man „eine scharfe Polarisierung der öffentlichen Ansichten, das Anwachsen des Populismus, des Rechts- und Linksradikalismus, eine Verschärfung und Verschlimmerung innenpolitischer Prozesse, auch in führenden Ländern, beobachten.“

Gefahr globaler Konflikte: Wenn nichts unternommen wird, „besteht die Wahrscheinlichkeit, dass wir mit einem echten Zusammenbruch der Weltentwicklung konfrontiert werden, der mit einem Kampf aller gegen alle verbunden ist“.

Soziale Ungleichheit :„Die Welt kann nicht den Weg gehen, eine Wirtschaft aufzubauen, die nur für eine Million Menschen oder gar eine ‚goldene Milliarde‘ funktioniert.“ Es ist wichtig, „sowohl eine Verringerung der sozialen Ungleichheiten innerhalb einzelner Länder als auch eine schrittweise Konvergenz des wirtschaftlichen Entwicklungsniveaus der verschiedenen Länder und Regionen des Planeten zu erreichen.“

Weltweite Wirtschaftskrise: „Im vergangenen Jahr gingen weltweit rund 250 Millionen Arbeitsplätze verloren. In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres belief sich der weltweite Verlust an Arbeitseinkommen auf 3,5 Billionen Dollar, und er wächst weiter. Für einen Aufschwung nach der Krise sind die derzeitigen makroökonomischen Stimulierungsmaßnahmen kaum geeignet.“

Monopol der Technologiegiganten: Technologische Riesenkonzerne können in einer Reihe von Bereichen mit Staaten konkurrieren. „Aus Sicht der Unternehmen selbst ist ihre Monopolstellung optimal für die Organisation ihrer technischen und geschäftlichen Prozesse. Aber die Gesellschaft stellt sich die Frage: Inwieweit entspricht ein solches Monopol dem öffentlichen Interesse?“

Wie berechtigt Putins Warnung vor der Macht der Techkonzerne ist, zeigt der rubikon-Artikel „Die digitalen Supermächte“ sehr fundiert und anschaulich.

Beziehungen zu Europa: Russland ist bereit für einen ehrlichen Dialog mit Europa und wird sich darum bemühen. „Aber Liebe ist unmöglich, wenn sie nur von einer Seite erklärt wird, sie muss gegenseitig sein.“

Ich unterstütze alle Bewegungen für mehr demokratische und soziale Rechte in der Welt. Ich kaufe allerdings der deutschen Regierung nicht ab, dass ihre lautstark verkündete Unterstützung für die russische Opposition und die Sanktionen gegen Russland irgendetwas damit zu tun hat. Ohne dass ich irgendwelche Sympathien für Putin habe:

Hier wird kalter Krieg betrieben und die Menschen werden massenmedial darauf eingestimmt, Putin und Co. als die Verkörperung des Bösen anzusehen…

7.2.21

Autor: Otmar Spirk