Mein Leben zwischen Corona und Coronoia: Angst essen Seele auf… und Hirn

Ein Gastbeitrag nebst Zeichnungen von Adi D.

„Nicht die Dinge an sich beunruhigen uns, sondern die Meinung, die wir von diesen Dingen haben.“ (Epiktet)

                                                                                                                                                        

Es mangelt uns wahrlich nicht an Dingen, die uns beunruhigen. An Meinungen auch nicht.

Ohne Zweifel: Covid-19 /Corona) hat die Gesellschaft gespalten. Heimtückischer Killer oder „nur“ so schwerwiegend wie ein Grippevirus ?

Darüber ist ein Glaubenskrieg ausgebrochen.

Gesichertes Wissen ist scheints immer noch Mangelware.

Erinnern wir uns: am 15. März 2020 wurde in Bayern gewählt. Kurz vorher gab es noch landesweit Wahlkampfveranstaltungen in überfüllten Räumen. Eine Woche später: Shutdown, Social Distancing. Bald darauf: Vermummungszwang.

Ich hätte das alles mit Würde ertragen. Hätte es als großes soziologisches Experiment verbucht. Hätte es umgedeutet als raffinierte Methode, die ambitionierten Klimaziele doch noch zu erreichen!

Ich gebe es offen zu: Der „Vermummungszwang“ traf mich hart genug. Mir bleibt beim Atmen schlicht und einfach die Luft weg.

Viel schlimmer finde ich jedoch den bundesweit verordneten „Verdummungszwang“: Tag und Nacht werden wir bombardiert mit immer neuen Horrorzahlen, auch dann, wenn die Epidemie längst am Abklingen ist. Täglich gibts aktualisierte „Fallzahlen“ (was sind eigentlich Fallzahlen?)

„Wer die Wahrheit liebt, braucht ein schnelles Pferd.“ Kritische Fragen zu stellen ist riskant. Sehr schnell wird man als Verschwörungstheoretiker abgestempelt, wird zusammen mit Impfgegnern und Rechtsradikalen in die Ecke gestellt

Was mich betrifft: ich habe mich mit niemandem verschworen.

 Ich lasse mich zwar impfen, informiere mich aber vorher. Ich frage den Hausarzt meines Vertrauens. Trotzdem bin ich infamen Vorwürfen ausgesetzt: ich sei unverantwortlich, und wenn es nach mir ginge, hätten wir auch hier bald italienisch-französisch-spanische Verhältnisse. Ich höre in den öffentlich-rechtlichen Medien kaum mehr eine kritische Stimme. Und wenn, dann wird sie durch Kommentatoren sofort abgewertet und durch vermeintliche Faktenchecks als Verschwörungstheorie gebrandmarkt. Irgendwie gruselig: Diese monotone Berieselung mit einseitiger Propaganda in den Öffentlich-Rechtlichen erinnert mich fatal an Deutschlands finsterste Zeiten, an den Stürmer, an die Judenhetze bei Tag und Nacht.

Aber aufgepasst: Ich setze das historisch keineswegs gleich! Das ist meine persönliche Assoziation.

Aber die allgegenwärtige Kriegsrhetorik (Beschlagnahmungen, Zwangsverpflichtungen, Triage), der Ruf nach dem „starken Mann“ und der freiwillige Verzicht auf viele Grundrechte verstärken das Gefühl noch.

Millionen Deutsche wollen plötzlich Volk und Vaterland, ja die ganze Menschheit retten.

 —sollen sie ruhig mal, aber bitte nicht andauernd auf meinem Rücken !

Plötzlich sind wir wieder:

Ein Volk, das auf Schritt und Tritt von kleingeistigen Blockwarts überwacht werden muss.

Oft fühle ich mich gegängelt: hier reicht jemand der Mindestabstand nicht, obwohl ich 2,5m weg bin. Da pöbelt mich jemand an, weil meine Maske nur den Mund, nicht aber die Nase bedeckt. (Ich bin beim Werkhof mit CDs beschäftigt und niemand ist in Sichtweite).

Eine Freundin hatte vor nicht allzu langer Zeit eine Operation am Gehirn. Seitdem war ihr oft schwindelig.  Nach dem Ausbruch von Corona stürzte sie , und brach sich zu allem Unglück auch noch den Oberarm. Eine gemeinsame Freundin (von Beruf Krankenschwester) war ihr anfangs beim Duschen behilflich. Sofort klingelte das Telefon, am anderen Ende der Leitung eine besorgte Nachbarin: „Du kannst die Strafe ja nicht mal bezahlen, wenn jetzt gleich die Polizei kommt, die Anzeige erstatten wird, weil du ja offensichtlich gegen das Versammlungsverbot verstoßen hast!“  .

Das ist die tatsächliche „Nächstenliebe“ in Zeiten der Corona.

Wie sagte doch Max Liebermann: „Ich kann gar nicht so viel fressen wie ich kotzen möchte!“

Wie würde ich entscheiden , müsste ich als Politiker die Corona-Katastrophe managen?

Schwierige Frage. Ich wäre wahrscheinlich eher zögerlich. Das kann in manchen Situationen von Nachteil sein. Ich würde viele Fachleute um mich sammeln. Virologen, Epidemiologen, Mikrobiologen, Lungenfachärzte, Intensivmediziner, Allgemeinmediziner, Statistiker, Risikoforscher, Psychologen, Soziologen. Ich würde mir verschiedene Meinungen anhören.

 Und ich würde -obwohl überzeugter Optimist – vom Schlimmsten ausgehen. „Si vis pacem para bellum“ sagte sinngemäß schon Cicero (43 v. Chr.): „Wenn du Frieden willst, dann bereite den Krieg vor.“

Aber andererseits:

Es ist ein unheimlicher Krieg. Der Feind unsichtbar und zahlreich. Milliarden mal Milliarden. Angst ist ein schlechter Ratgeber. In Panik kann man keine vernünftigen Entscheidungen fällen. Die Wissenschaftler müssten helfen. Wissenschaft jedoch ist ein mühsames und zeitraubendes Geschäft. Da wird sorgfältig gemessen, gezählt, gewogen. Aufwändige Laboruntersuchungen sind erforderlich. Wenn es um Tote geht, sind oft Pathologen erforderlich, um eindeutig die Todesursache festzustellen. Eine Theorie aufgestellt und publiziert. Dann kommt die Wissenschaftscommunity ins Spiel. Sie wird die Theorie überprüfen, verifizieren oder falsifizieren. Ist die Theorie allgemeingültig oder nur in Teilbereichen?

Ich habe mindestens zwei Dutzend Leute befragt. Alle „irgendwie“ fachkundig. Dabei habe ich mindestens zwei Dutzend verschiedene Antworten erhalten. Alle „irgendwie“ logisch. Es wird wohl viele Ursachen geben. Vielleicht haben sie alle „irgendwie“ Recht.

Der Zahlen-Tsunami, der uns täglich überrollt, erinnert mich an eine Geisterbahn. Mit Wissenschaft hat das nicht mehr viel zu tun. Das beklagen viele Fachleute, darunter auch Statistikprofessoren und Mathematiker. Vom Risikoforscher Prof. Gigerenzer stammt folgender Rat stammt: „Vertraue nur einer Statistik, die du verstanden hast!“

Ich muss zugeben: verstanden habe ich noch nicht ganz, was passiert ist.

Wahrscheinlich gibt es niemanden, der das vollkommen verstanden hat. Einfach deswegen, weil man – noch immer ! – versäumt hat, alle notwendigen Daten zu erheben. Wenn man dem Pathologen eine Urne mit Asche übergibt, kann der nichts mehr über die Todesursache herausfinden. Der Arzt, der den Totenschein ausstellt, ist eigentlich verpflichtet (wahrheitsgemäß!) die Todesursache zu vermerken. Das ist man dem Toten schuldig. Den Lebenden auch. Wenn man Leben schützen will, muss man erforschen, wie das Virus uns bedroht. Erst durch den Hamburger Pathologen Prof. Püschel habe ich erfahren, dass ca. 50 % der Corona -Toten an einer Thrombose gestorben sind. Er hat mehr als hundert Corona-Tote obduziert und bei allen erhebliche Vorerkrankungen festgestellt.

Wie viele Menschen hätte man retten können, wenn man ihnen rechtzeitig und ausreichend blutverdünnende Mittel gegeben hätte?

Warum wird so etwas nicht publiziert? Darf man, sobald Corona-Viren da sind, nicht mehr an Krebs, an Herzinfarkt oder infolge eines Autounfalls sterben?

Ich kann solche Informationen nicht überprüfen, aber ich wünsche mir, dass das offen diskutiert wird. Sickert versehentlich mal eine widerspenstige Information durch, kommt sofort der Stempel „Verschwörungstheorie“ drauf und der Fall ist abgehakt, muss nicht weiter diskutiert werden.

Mit Verlaub: Ich bin ein mündiger Bürger. Ich möchte ernst genommen werden. Ich brauche Argumente. Keine Stempel!  „Verschwörungstheorie“ und „Impfgegner“ sind keine Argumente. Wir haben in unserem Land tausende Fachleute. In den öffentlich-rechtlichen Medien hört man fast nur noch Prof. Drosten (Charite´) und Prof. Wieler (RKI=Robert-Koch-Institut).

Politisch verordnete Unfehlbarkeit?

Wenn dann eine empirische Studie (Streek/Heinsberg) die Schätzungen der Virus-Päpste widerlegen, wird sie sofort als unwissenschaftlich/fehlerhaft/manipuliert/gekauft abqualifiziert. Zur Erinnerung: Prof. Hendrik Streek (Universität Bonn) kommt in seiner empirischen Heinsbergstudie zur einer Letalitätsquote von 0,37%, Prof. Wieler und sein RKI auf das 10-fache.

Anderes Beispiel: Warum wehrte sich das RKI gegen Autopsien? Warum will man nicht wissen, woran die Menschen (wirklich) gestorben sind?  Warum warnt man stattdessen den Hamburger Gerichtsmediziner Prof. Püschel und seine Kollegen vor gefährlichen Keimen? Mit Verlaub: das sind Profis auf ihrem Gebiet. HIV, Tuberkeln, Sars und Ebola….sind das „tägliche Brot“ der Pathologen. Die wissen, wie sie sich schützen müssen.

Dass Wieler-Drosten & Co. ihre besserwisserischen Kommentare nicht zurückhalten können ist ihr Problem. Dass unsere Mainstream-Politiker sie als alleinige Informationsquelle benutzen, um nicht zu sagen ausbeuten, ist das größere Problem. Dabei fungieren unsere Medien wie eine Echokammer und wiederholen millionenfach jeden Unsinn, bis er endlich Wirklichkeit wird.

Die Rechnung scheint aufzugehen: Akteure (oder Agitatoren) wie Markus Söder bekommen Zustimmungswerte wie nie zuvor. Bloß wie lange noch?

Wie sagte schon Abraham Lincoln:

                                      Manche Menschen kann man immerzu verarschen

                                                       und alle Menschen zeitweise

                                          aber alle Menschen für alle Zeit verarschen

                                                                  das kann man nicht

Persönliche Anmerkung:

Gastbeiträge geben immer und grundsätzlich erst mal nur die Meinung des Verfassers wieder.

Auch die in diesem Beitrag gezeigten Kunstwerke stammen aus der Hand des Gastautors Adi D.

12.3.21

Otmar Spirk