Eine Meinung genügt völlig: Das Regensburger Corona-Orakel mit Professor Salzberger. Danke MZ !

In der Corona-Wissenschaft ist es offenbar so wie bei den Juristen:
Bei zwei Wissenschaftlern gibt es mindestens zwei Ansichten ,was Sache ist.

Das will die Mittelbayerische Zeitung ihren Lesern ersparen:

Mehr als eine Meinung könnte die Leserschaft verwirren und vom richtigen Weg abbringen !
Darum hat sie sich für den „Top-Infektiologen“ (MZ), „einer der renommiertesten Infektiologen in der Region“ (MZ) Professor Bernd Salzberger von der Uni Regensburg entschieden:

Prof. Salzberger weiß alles, was wir wissen sollen. Mehr braucht der Leser der Mittelbayerischen nicht zu wissen!

Darum:

Schon seit bald einem halben (?) Jahr und inzwischen alle paar Tage teilt Prof. Salzberger via Mittelbayerische den Regensburgern mit, was sie tun sollten, sonst….!!!

So orakelte denn Prof. Salzberger zuletzt unter der

Überschrift “ Frühlingsgefühle und steigende Inzidenz“ (MZ 1.3.21)

Überschrift „Gutes Wetter, hohe Inzidenz“ (MZ 2.3.21)

Überschrift „Steigende Inzidenz beunruhigt Experten“ (MZ 3.3.21)

Überschrift „Infektiologe sieht Weg aus der Corona-Krise“ (MZ 5.3.21)

das Immergleiche:

  1. Die Regierung macht es richtig mit den Lockdowns
  2. Wenn der „Inzidenzwert“ in Regensburg gering ist: Nicht lockern, er könnte sonst steigen !
  3. Wenn der „Inzidenzwert“ trotzdem hoch wird: Lockdown verschärfen

Hab ich da irgendwelche Feinheiten überhört, Herr Professor Salzberger ? Gerne lasse ich mich korrigieren !

Prof. Salzberger: Der Drosten von Regensburg ?

Ich frage : Wie seriös ist ein Professor für Infektiologie, also der Lehre von der Diagnose und Behandlung von Infektionen – nicht mehr – der hier den allein wissenden Ratgeber für das Leben der Regensburger gibt ? Ist er ein Allroundwissenschafts-Genie ?

Wobei man wissen muss: Prof. Salzberger weiß natürlich Bescheid, wie wenig aussagend die „Inzidenzwerte“ sind.

In meinem Artikel „Schluss mit den Inzidenzwert-Märchen“ zitierte ich Prof. Salzberger mit den Worten, dass ihm durchaus bekannt ist, dass ein PCR-Postiiv-Testergebnis auf Corona nicht per se aussagt, dass jemand selber infektiös (also ansteckend) für andere sein ist, oder dass der positiv-Getestete selber an Covid 19 erkrankt ist.

Das steht ja sogar auf den Seiten des staatlichen Robert-Koch-Instituts:

Das ist „Wissenschaft“ und ein Wissenschaftler, wie sie kein mündiger Bürger braucht.

Und MZ: Das ist massenmediale Verdummung, wie sie kein mündiger Bürger braucht.

Schluss mit der „Inzidenzwert“-Lüge. Mein Respekt für Landrätin Schweiger !

Nun, bereits einige Städte und auch ein Bundesland verabschieden sich zunehmend von dem frei erfundenen „Inzidenzwert“ als Grundlage ihrer Corona-Maßnahmen. Z.B. hat das Land Brandenburg jetzt einfach gesagt, die Reißlinie für einen harten Lockdown sind nicht automatisch , wie vom „Corona-Gipfel“ kürzlich beschlossen , 100 Coronapositiv-Getestete pro 100000 Einwohner. Wir machen das einfach erst ab 200 auf 100000 !

Und auch die Regensburger Landrätin Tanja Schweiger zeigt Intelligenz, wenn sie unter der MZ-Überschrift „Schweiger: Inzidenz ist kein Maßstab“ (3.3.21) immerhin sagt: „Das ist ein Richtwert, aber er kann nicht allein ausschlaggebend sein sein, Für mich ist entscheidend , wie wir mit der Situation zurecht kommen und wie es in den Krankenhäusern aussieht.“

Plakat Querdenkenfest Dultplatz 14.11.20

13.321

Autor: Otmar Spirk