„Anti-Rassismus-Wochen“ in Regensburg : Mehr Alibi als Hilfe ?

Von den „Anti-Rassismus-Wochen“, die derzeit mit offizieller Unterstützung der Stadt stattfinden, habe ich nur eine Reihe öffentlicher Plakate gesehen. Meine Kritik bezieht sich also nur darauf .

Auf dem Grieser Spitz wurde gleich zwanzig Mal das unten abgebildete gleiche eine Plakat (!) aufgestellt . Wozu soll das bitte gut sein ?

Als gerichtlich bestellter Berufsbetreuer, der auch Flüchtlinge und andere Ausländer in großer Not betreut, finde ich solche Plakataktionen mehr Alibi, gegen Rassismus zu sein, als tatsächliche Hilfe für Menschen in Not.

Wenn die Stadt Regensburg tatsächlich etwas gegen gruppenbezogene Menschenverachtung tun will, dann könnte sie gleich bei sich selber anfangen, und zum Beispiel das Asylbewerberheim in der Guerickestrasse 84 renovieren lassen. Dort sitzen anerkannte Asylbewerber (mangels Wohnungen) und nicht anerkannte Asylbewerber zum Teil schon seit Jahren fest. Allein wenn ich in dieses trostlose, menschenverachtende Ambiente hineingehen muss, könnte ich schon depressiv werden. Solche Beispiele, was an tatsächlicher Hilfe nötig wäre, fallen mir zu Dutzenden ein….

Dann sehe ich noch am Anfang der Drei-Mohren-Straße ein Plakat dieser „internationalen Wochen gegen Rassismus “ mit der Forderung, man solle doch die Drei-Mohren-Straße umbenennen. Warum ich diese versuchte Sprachpolizei nicht für anti-rassistisch halte ,sondern für Unfug , habe ich bereits hier und hier unter Bezugnahme auf die Historie des Wortes „Mohren“ erzählt.

Und übrigens: Die Lehre von den Rassen ist eine Erfindung von Rassisten. Es gibt keine biologischen „Rassen“. Aber gruppenbezogene Menschenverachtung jede Menge…

26.3.21

Autor: Otmar Spirk