Öffentliche Hetze gegen die Regensburger Drei-Mohren-Bar-Inhaber eskaliert: Das sind Fanatiker, keine „Antirassisten“

Seit einem Jahr werden das Drei-Mohren-CafeBar-Inhaberpärchen und die Bedienungen dort immer wieder von Fanatikern – „natürlich““ anonym – terrorisiert. Die Rechtfertigung: Die Inhaber lehnen es ab, das angeblich rassistische Wort „Mohren“ zu streichen.

Der aktuelle Höhepunkt: Nach zahlreichen Anpöbeleien als „Rassisten“ usw., nach diversen Sachbeschädigungen bis hin zur Brandstiftung am CafeBar-Schild sowie einer „Protestkundgebung“ vor dem Cafe wurden jetzt diffamierende Plakate mit dem Bild des Inhabers in der Nähe verklebt (Kopf-Schwärzung durch uns):

-Das gefakte Verzerren des unteren Gesichts zu einer Fratze erinnert mich an die Dämonisierung, mit der insbesondere Nazis und Rassisten gegen Menschen mit anderer Hautfarbe und Andersdenkende vorgehen.

-Das Plakat-Zitat“ Ein sich Begegnen im Dialog, die mentalen Gymnastikübungen als gültig anzuerkennen, mit welchen versucht wird, die Verwendung des Begriffs zu rationalisieren. Es gibt keine Mitte zwischen Rassismus und Antirassismus“ sagt auf Deutsch: Wir haben die Wahrheit gepachtet und werden sie durchsetzen…

Wie mir eine Bedienung der CafeBar erzählte, die direkten Kontakt mit den angeblichen „Antirassisten“ hatte, war die Antwort auf ihre Frage, was das solle: Wer das nicht verstehe, dem sei ohnehin nicht zu helfen.

Die Straftäter: Aktivisten der „Aktionsgruppe Strassenumbenennung“

Hinter den Straftätern steht allem Anschein nach die „Aktionsgruppe Straßenumbenennung“ , die als quasi legaler Teil dieser Aktivitäten seit langem die Umbenennung von Drei-Mohren-Straße und Cafe fordert. Es wurden nämlich drei Personen von der Polizei nach ihrem Überkleben des Drei-Mohren-Straßenschildes mit den geistreichen Worten „rassistische Kackscheisse „ gefasst. Die gefassten Straftäter waren für die „Aktionsgruppe“ unterwegs, wie die MZ unter der Überschrift „Drei Mohren: Namenskampf verschärft sich“ berichtet.

Die „AG Straßenumbenennung“ ist nun ausgerechnet offizieller Mitveranstalter des Programmteils „say their names / temporäre Strassenumbenennungen“ der städtisch geförderten „Wochen gegen Rassismus“ .

Die „AG“ hat sich bisher – trotz Aufforderung zur Stellungnahme – nicht von den Straftätern distanziert. Bis dahin gehe ich davon aus, dass diese „AG“ entweder von diesen Fanatikern unterwandert oder ganz gekapert ist. Gerne drucke ich eine Distanzierung der „AG“ von den Straftätern und den Straftaten eines ganzen Jahres ab.

Gespannt bin ich auch, wann vom Integrationsbeirat der Stadt , der konkret die „Wochen gegen Rassismus“ organisierte, eine Aufkündigung der Zusammenarbeit mit der „Aktionsgruppe“ erfolgt. Denn:

Das sind keine „Antirassisten“, sondern einfach Fanatiker . Sie tragen im Gegenteil zur Spaltung der Gesellschaft bei. Die Terrorisierung Andersdenkender ist kein Weg gegen Rassismus.

Und: Das Wort „Mohr“ ist in Deutschland historisch im wesentlichen positiv besetzt, angefangen vom Hl. Drei-Mohrenkönig Balthasar, siehe hier.

Brauchen Ausländer Straßen-Umbenennungen und eine Sprachpolizei – oder nicht eher Wohnungen und Begegnungsorte mit Deutschen ?

Ich frage mich weiter: Was bitte schön haben Ausländer von Strassen-Umbenennungen und einer Sprach-Polizei ?

Was sie – nach meiner Berufserfahrung – tatsächlich brauchen, ist insbesondere endlich die Schaffung von ausreichend Wohnungen für anerkannte Asylbewerber in Regensburg. Ebenso wie es endlich auch für die wohnungslosen und obdachlosen Deutschen hier Wohnraum braucht . Und zwar durch die Stadt , da es sonst niemand macht.

Die Asylbewerber brauchen Gemeinschaftsunterkünfte, bei denen ich nicht schon beim Betreten depressiv werden könnte.

Ausländer wie auch arme Deutsche brauchen Fachbeistand gegen die systemimmanenten Schikanen von Ausländerbehörden wie auch durch das Jobcenter. Und: Es braucht niedrigschwellige Begegnungsräume zwischen Deutschen und Ausländern, denn Ausländerfeindlichkeit macht sich nur dort breit, wo die Menschen nicht miteinander reden…

Eine weitere Berufserfahrung von mir ist : Wer sich nur gegen Rassismus ausspricht, während einem die „abgehängten“ armen Deutschen egal sind , der fördert das ausländerfeindliche Denken in den sogen. unteren Schichten…

Regensburger solidarisch mit der Drei-Mohren-CafeBar.

Wie ich erfahre, zeigen sich viele Regensburger solidarisch mit der Drei Mohren – CafeBar. Etliche Menschen sind dort vorbei gekommen und haben die Angriffe verurteilt. Ich wünsche den Inhabern und Bedienungen, dass es weiter so gut läuft, dann kommt das Gegenteil dessen heraus, was diese Hetzer erreichen möchten.

Ich finde: Solidarität ist etwas praktisches: Ich bin schon immer gerne in die Drei Mohren-CafeBar gegangen – gute Speisen und Getränke , freundliche Bedienungen, anheimelndes Ambiente. Ich gehe jetzt täglich zum Drei-Mohren-Cafe.

3.4.21

Autor: Otmar Spirk