Von bettlägerigen Jugendlichen und tödlich-gelangweilten Kleinkindern

ein Gastbeitrag von Kinderfreundin

Wer derzeit in der Natur spazieren geht – und das sind viele Menschen – findet fast überall verzweifelte Versuche von Kindern oder Jugendlichen, sich einen eigenen Raum zu schaffen:

Tipis aus Ästen sollen einen dürftigen Schutz vor Wind und Wetter und ungebetene Blicken bieten. Diese Notquartiere zeigen, wie unbehaust und schutzlos sich Kinder und Jugendliche fühlen. Das untenstehende Natur-Tipi sah ich nahe Matting :

Die Räume, in denen sie für sich sein konnten, stehen nicht mehr zuverlässig offen. Schulen, Kitas, Jugendzentren, Sportvereinen und der kirchlichen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sind seit übereinem Jahr die Hände immer wieder gebunden – abhängig von sogen. Inzidenzwerten. Kurze Öffnungen konnten über den Sommer und Herbst das Versäumte nicht ausgleichen. Und auch die Reserven der Eltern sind im Schwinden begriffen. Hier findet ein Ausgleich für die Benachteiligung oft nur noch unter großen persönlichen Mühen und unter Aufbietung der letzten Kräfte statt.

Die Reaktionen der Kinder und Jugendlichen sind unterschiedlich: manche verstummen, manche werden unleidlich, manche liegen nur noch online-kommunizierend auf dem Bett; die lebendigsten unter ihnen suchen den Kontakt zu Gleichaltrigen an der frischen Luft und riskieren dabei, von Ordnungsamt oder Polizei verfolgt zu werden.

Die Auswirkungen der Maskenpflicht

Auch Maßnahmen wie die Maskenpflicht in Schulen können sich längerfristig auf die seelische und körperliche Gesundheit von Kindern auswirken.

Ich weise hier auf das Interview vom 15.4.21 in der Mittelbayerischen Zeitung mit dem Regensburger Uni-Professor für pädagogische Psychologie Dr. Christian Kuhbandner hin, der sagt:

„Bereits in der Empfehlung der WHO gibt es eine Liste mit wissenschaftlich belegten Schäden, angefangen von körperlichen Nebenwirkungen wie Atembeschwerden, Kopfschmerzen und Hautkrankheiten … Hinzu kommen psychologische Effekte wie eine verringerte Empathie, eine Einschränkung der Kommunikationsfähigkeit und eine negative Verzerrung des emotionalen Erlebens. Interessanterweise ist aus genau diesen Gründen im Bayerischen Gesetz zur Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern in Kindertageseinrichtungen das Tragen von Masken eigentlich sogar explizit verboten. Als Begründung heißt es dort, dass ein verhülltes Gesicht die Kommunikation und Interaktion zwischen Kindern und Erzieherinnen beeinträchtigt und damit den für die Bildung und Erziehung von Kindern unabdingbaren Aufbau von persönlichen und vertrauten Beziehungen beeinträchtigt…“

Weitere Zementierung der sozialen Unterschiede

Die Gefährdung der seelischen Entwicklung mag unterschiedlich groß sein, je nachdem wie groß die Ressourcen einer Familie sind:

Wer gut abgesichert in einer großen Wohnung oder gar einem Haus, mit schnellem Internet und allen dazugehörigen Geräten wohnt, ist noch gut dran. Auf dem flachen Land müssen Eltern oft eine Weile fahren, um auf einem Parkplatz mit Empfang die Schul-Aufgaben ihrer Kinder herunterzuladen – unglaublich, aber wahr.

Wer zur Miete auf kleinem Raum wohnt, steht unter Dauerstress.

Wie groß die Not der Familien ist, kann jeder hören, der auf dem Spielplatz die Ohren spitzt. Unter diesen Bedingungen gehen auch engagierten Eltern irgendwann die Ideen, und vor allem die Nerven und die Energie aus. Zudem verschärfen berufliche und finanzielle Sorgen, Distanzunterricht und Homeoffice den Stresspegel der Familien enorm.

Die Coronapolitik zum Schutze der Risikogruppen? setzt sehenden Auges die Zukunft unserer Kinder aufs Spiel. Durch die Tests in den Schulen werden die Schließungen für die meisten Schülerinnen und Schüler zu einer Dauerschleife zementiert.

Schutzlos ausgeliefert

Die Polizei vermeldet, dass die Zahl der Straftaten sinkt – schön für die Polizei.

Aber:

Im zweiten Teil des Artikels in der Mittelbayerischen Zeitung berichtet die Polizei, dass sie aufgrund von Internet-Recherche mehr Fälle sexuellen Missbrauchs von Kindern aufdecken konnte. Dabei wird zugegeben, dass von einer hohe Dunkelziffer beim Missbrauch in den heimischen vier Wänden ausgegangen wird, da wegen der Schließung von Schulen, Kitas und Jugendeinrichtungen viele Fälle nicht entdeckt werden können. Entsprechendes wird für die häusliche Gewalt gelten: Auch hier sind Kinder die Opfer einer Pandemiepolitik, die sie vollkommen aus dem Auge verliert und vernachlässigt. Das gepriesene staatliche Nachhilfepaket von zwei Milliarden Euro wird den geistigen, seelischen und gesundheitlichen Schaden an den Kindern nicht richten.

Beruflich ins Aus gedrängt

Weitere Zahlen machen mir Sorgen: Die Zahl der Ausbildungsverträge geht zurück. Wen wundert es, dass Betriebe wie der Einzelhandel und die Gastronomie, die nicht wissen, ob sie bis zum Herbst durchhalten, keine Auszubildenden einstellen können?

Zudem geht die Zahl der Studienanfänger um vier Prozent zurück: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/4907/umfrage/studienanfaenger-in-deutschland-seit-1995/ 

Alle die, deren Studium nicht durch die Familie oder durch Bafög ausreichend finanziert ist, trauen sich derzeit nicht, ein Studium zu beginnen. Sie gehen daher in die Ausbildungsberufe und verdrängen dadurch Real- und Mittelschüler.

Die Jugendlichen am unteren Ende der Bildungshackordnung werden sich dann in Berufsfachschulen und in den Klassen für arbeitslose Jugendliche wiederfinden – in der Schleife der Praktika auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle….

Die Rechtfertigung der Geiselhaft von Kindern und Jugendlichen: Pandemietreiber

Die Rechtfertigung des Ganze: Obwohl selbst praktisch nicht gefährdet, an Corona zu erkranken, sollen Kinder und Jugendliche „Pandemietreiber“ sein. Dies ist schon lange widerlegt:

Hier ein Bericht über die Forschungsergebnisse der Charite Berlin: https://www.n-tv.de/wissen/Sind-Kinder-Pandemietreiber-oder-nicht-article22310057.html

Es reicht !