Die Corona-Massenhypnose (I) : Warum sie möglich war und wie sie funktioniert – eine Psychoanalyse

Eine für mich hochspannende Psychoanalyse der Corona-Massenhypnose lieferte vor kurzem der Professor für klinische Psychologie und Psychoanalyse an der Uni Genf Mattias Desmet. Der Blog corona-transition.org hat das Interview unter der Überschrift „Warum halten viele immer noch am staatlich verordneten Corona-Narrativ fest ?“ am 25.10.21 verlinkt und weitgehend auf deutsch verschriftlicht.

Hier Auszüge – Zitate wie auch sinngemäße Aussagen – aus dem Interview auf corona transition:

Warum glauben so viele die „Corona-Erzählung“ ?

Warum lassen sich so viele Menschen von der Corona-Propaganda widerstandslos beeinflussen und in der grossen Masse mitnehmen? Warum bemerken sie nicht, dass sie mittels Emotionen seit vielen Monaten pausenlos und aufdringlich über die Massenmedien gesteuert werden?

Absurditäten und Widersprüche werden nicht wahrgenommen

Einer der größten Widersprüche für Prof. Desmet war die Warnung der UNO davor, dass durch die Lockdowns mehr Menschen in den Entwicklungsländern an Hunger sterben würden als es je Corona-Tote ohne Lockdown geben könnte. Die Kur war also schlimmer als die Krankheit . Aber es schien niemand zu interessieren. Alle waren und wurden fokussiert auf die Covid 19-Opfer.

Das Drama des Totalitarismus

Es handelte sich um eine Massenbeeinflussung im ganz grossem Stil,Diese Formierung der Massen gelingt nur, wenn vier Voraussetzungen in der Gesellschaft gegeben sind.

  • «Die wichtigste Voraussetzung ist, dass vielen Menschen soziale Bindung fehlt, also ein Mangel an gesellschaftlicher Verbundenheit.
  • Die zweite Voraussetzung ist, dass Menschen der Sinn in ihrem Leben fehlt. Hier besteht ein Zusammenhang. Wenn sich jemand sozial nicht verbunden fühlt, dann fehlt ihm auch der Lebenssinn.
  • Der dritte Punkt ist, dass viele Menschen eine latente, nicht zielgerichtete, Angst in sich tragen, die sie schwer kontrollieren können.
  • Als vierten Faktor sehe ich eine latente, nicht zielgerichtete, Frustration und Aggression.» (Min: 00:08:35)

Neue soziale Verbundenheit im gemeinsamen Kampf gegen das Virus

Wenn dann durch die Massenmedien ein Objekt im Aussen vorgegeben wird, auf das sich die Ängstlichkeit richten kann und dazu noch eine Handlungsstrategie gegen das angstbesetzte Objekt mitgeliefert wird, dann ist die Bereitschaft der Menschen groß, dem Narrativ zu folgen.

Wenn alle ihre Angst auf das gleiche Objekt und die gleiche Handlungsstrategie richten, entsteht unter den Menschen eine neue soziale Beziehung. Das Leben bekommt in ihren Augen einen höheren gemeinsamen Sinn, einen Zuwachs an Sinn. Auch die Politiker agieren deshalb gerne im Krisenmodus.

Eine neue Solidarität entsteht. Die Menschen treten aus ihrem negativen, wenig sinnerfüllten Leben und aus der sozialen Isolation in ein Leben mit hoher sozialer Verbundenheit, das die Masse ihnen jetzt bietet. Die eigene Angst ist nicht mehr so bedrohlich, sie hat ein Ziel. Gemeinsam führen jetzt alle einen heroischen Kampf gegen das angstmachende Virus, gegen den gemeinsamen Feind.

Ritualisierung

Das ist der Hauptgrund, warum die Menschen dem Narrativ folgen, selbst wenn vieles noch so absurd und widersprüchlich ist. Es handelt sich um eine Art Ritualisierung. Menschen nehmen an diesen Ritualen teil, zum Beispiel Maske tragen, um zu zeigen, dass sie zu einer bestimmten Gruppe gehören. So lässt sich ein Kollektiv kreieren. Je absurder die Rituale sind, aus praktischer Sicht, desto besser funktionieren sie, desto besser lässt sich an ihnen die Gruppenzugehörigkeit aufzeigen.

Besser nach den Ursachen fragen

Eine Jobunzufriedenheit bei den Berufstätigen von bis zu 50 Prozent und hohe Dosen von Antidepressiva bilden eine gute Grundlage für solche Massenphänomene.

Starke Fokussierung, eingeschränkte Sicht

«Einer der wichtigsten Effekte eines solchen Massenphänomens ist ein sehr eingeschränktes Wahrnehmungsfeld. Die Menschen können sich sowohl kognitiv als auch emotional nur mehr auf einen kleinen Teil der Realität konzentrieren. Das kann man daran erkennen, dass Menschen zum Beispiel nur sensibel sind für Opfer des Coronavirus. Und all die anderen Opfer, Kinder, die hungern, Menschen, die ihre Arbeit verlieren, diese grossen Kollateralschäden, die den Schaden durch das Coronavirus bei Weitem übertrafen, geraten aus dem Sichtfeld.» (Min: 00:17:42)

Alle rationalen Gegenargumente passen nicht in das schmale Feld der Aufmerksamkeit, das für die Masse ausschliesslich zählt.

Emotional unempfindlich gegenüber Verlusten

In dieser Massenhypnose vernachlässigen die Menschen Dinge, die normalerweise extrem wichtig für sie sind: ihre eigene körperliche und seelische Gesundheit, ihr Wohlbefinden, ihre individuelle Freiheit und ihren Besitz.

Man kann den Menschen alles wegnehmen und sie bemerken den Verlust nicht einmal. Sie akzeptieren unverhältnismäßige Einschränkungen und haben keinen gesunden Egoismus mehr. Im Gegenteil: Durch die Massenhypnose werden sie unsensibel gegenüber ihrem eigenen seelischen Leid und dem Leid anderer, zum Beispiel der Kinder. Die Aufmerksamkeit bleibt dabei weiterhin auf die Solidarität gerichtet und das geteilte moralisierende Narrativ.

Diese Vorgänge konnte man auch in den totalitären Staaten des zwanzigsten Jahrhunderts, in der Sowjetunion und unter dem NS-Regime, beobachten. Die Menschen waren bereit, alles zu opfern, was für sie wertvoll war, als ob sie es gar nicht bemerkten. Die Tötung vieler Menschen wurde klaglos hingenommen. Man war unempfindlich gegenüber erlittenen Verlusten und opferte alles solidarisch dem Exzess des Kollektivismus.

Interessanterweise gilt nach Gustave Le Bon folgende Regel: Je höher der Bildungsgrad, desto anfälliger sind normalerweise die Menschen für Massenhypnose. Hohe Intelligenz gleicht sich der Massenintelligenz an, das heisst das rationale Denken geht auch bei sehr intelligenten Menschen komplett verloren. Selbst eine hohe emotionale Intelligenz und eine gute Intuition scheinen nicht vor der Massenhypnose zu schützen.

Geheimnis der Krise

Eines der großen Geheimnisse dieser Krise ist, dass die meisten Menschen nicht zurück wollen in ihr altes Leben.

«Wenn man Menschen aufwecken möchte, sollte man es vermeiden ihnen den Eindruck zu vermitteln, dass man zurück ins «old normal» gehen möchte. Sie wollen nicht zurück zu den Bullshit-Jobs, sie wollen nicht zurück in die Angst. Wir sollten ihnen zeigen, dass es Zeit ist, das «old normal» zu ändern.» (Min: 00:24:14)

Intoleranz gegenüber kritischen Stimmen

Die Gegenstimmen werden gefürchtet und konfrontieren die Menschen wieder mit den Problemen, die sie schon vorher hatten, den latenten Gefühlen der Einsamkeit, Sinnlosigkeit, Angst und Aggression.

Diese aggressiven Gefühle werden jetzt auch gegen die Menschen gerichtet, die das Narrativ hinterfragen. So soll das Kollektiv geschützt werden, aber es werden auch eigene Bedürfnisse dabei befriedigt. Es ist geradezu eine heilige Pflicht, die Gegenstimmen zu bekämpfen.

Andererseits werden Feinde gebraucht, denn die Masse kann nur formiert werden, wenn es ein gemeinsames Angstobjekt gibt. Totalitäre Systeme brauchen immer neue Angstobjekte und Feinde, sonst können sie nicht existieren.

Die Führer der Masse haben nämlich Angst davor, dass die Menschen aufwachen und ihnen an den Kragen gehen könnten. Sobald die Massen aus ihrer Hypnose erwachen, realisieren sie ihre Verluste und machen ihre politischen Führer dafür verantwortlich.

Unterschied Totalitarismus und Diktatur

In einer klassischen Diktatur gehorchen die Menschen dem Diktator, weil sie Angst vor ihm haben. Aber in einem totalitären Staat sind die Menschen hypnotisiert durch die totalitären Führer. Totalitarismus funktioniert also anders als eine klassische Diktatur.

«Wenn es in einer klassischen Diktatur keine öffentliche Opposition mehr gibt, dann wird der Diktator normalerweise milder und freundlicher. Er versteht, dass er ein positives Image schaffen muss, um Führer zu bleiben. In einem totalitären Staat passiert genau das Gegenteil. Sobald die Opposition verstummt, dreht das System völlig durch. Man sah das 1930 in der Sowjetunion und 1935 in Nazi-Deutschland. Sobald die Opposition schwieg, veränderte sich das totalitäre System. Das System wurde ein Monster, das jeden zerstörte, egal ob dieser systemkonform war oder nicht, wie auch Hannah Arendt konstatierte.» (Min: 00:32:55)

Ethische Grenzen werden überschritten

Man sollte die Befürworter der Corona-Erzählung fragen, wann wieder Konzentrationslager gebaut werden sollten, um zum Beispiel die Covid-Kranken auf praktische Weise isolieren zu können. Der Totalitarismus überschreitet ohne Skrupel alle ethische Grenzen, als gäbe es keine andere Option. Dies schrieb auch Hannah Arendt.

Man sollte nicht davon ausgehen, dass Methoden der Nationalsozialisten nicht wieder Anwendung finden könnten.

«Es wird schwer sein, zu vermeiden, dass wir in einem neuen Totalitarismus enden. Aber es wird ein neuer Totalitarismus sein. Dieser wird bekannte Züge haben, aber er wird auch sehr unterschiedlich sein zu den bisher bekannten totalitären Systemen. Er wird weltweit sein, keine äusseren nur innere Feinde haben und er wird mit inneren Feinden anders umgehen. Die inneren Feinde werden toleriert, da sie gebraucht werden. Ohne Feinde würde das System kollabieren. Aber sie werden marginalisiert und ausgestossen. Das wird sich kaum umgehen lassen.» (Min: 01:01:01

Was tun ? Im folgenden Teil II von Die Corona-Massenhypnose spricht Prof. Desmet darüber , wie die Massenhypnose gemildert und schließlich überwunden werden kann.

-Ähnliche Themen findet der Leser in der Reihe Wut und Angst im Kontext Corona in meinem Blog (Titel oben in der Suchmaschine eingeben )

29.10.21

Autor: Otmar Spirk