Die Medienhetze wird immer irrer : Nun soll auch Kardinal Müller ein Antisemit und Verschwörungstheoretiker sein. Was hat er wirklich gesagt ?

Die massenmedialen Verteidiger der Superreichen schlagen zu: Kardinal Gerhard Ludwig Müller soll wegen Videointerview-Aussagen mit Kritik an der Corona-Politik ein Antisemit und Verschwörungstheoretiker sein. Stimmt da irgendwas davon ? Und was sagte er wirklich ?

Müller ist ein Gegner von Antisemitismus

Erstmal: Was auch immer Kardinal Müller, ehemals Regensburger Bischof , auch ansonsten ist – er ist kein Antisemit. Das zeigt der screenshot aus Wikipedia , den ich hier zum Beleg veröffentliche, solange Müllers Vita dort noch nicht von fleißigen Auftragsschreibern auf „Antisemitismus“ umgeschrieben worden ist:

Was hat Müller wirklich gesagt ?

Ich habe an Video-Zitaten zusammen getragen, was ich in verschiedenen Medien fand:

Der frühere Regensburger Bischof meint – St. Boniface Institute (@Inst_StBoniface) – im Video vom 6.12.21 – dass die Corona-Maßnahmen von einflussreichen Menschen wie zum Beispiel Bill Gates ,Klaus Schwab (WEF) und George Soros missbraucht werden.

Ihm zufolge haben wir jetzt ein „Chaos, Durcheinander der Maßnahmen“, die einerseits aus dem Mangel an Kenntnis über die Wirksamkeit des Virus kommen würden. Das Chaos sei aber „auch geboren aus dem Willen, die Gelegenheit zu nutzen, die Menschen jetzt gleichzuschalten, einer totalen Kontrolle zu unterziehen, einen Überwachungsstaat zu etablieren …“ Müller verweist dabei auf die Worte von Weltwirtschaftsforum-Chef Schwab, der „Corona ist eine Chance“ gesagt habe – siehe ausführlich hier .

Müller zieht Parallelen zur heutigen Corona-Situation in der Gesellschaft: „Viele Menschen sterben, sind krank, sind schwer eingeschränkt in ihrem Leben, die Wirtschaft wird schwer beschädigt, die Kinder können nicht in die Schule gehen, was traumatische Langzeitschäden für ihre Seele und für ihren Geist zur Folge haben wird“.

Leute, die „auf dem Thron ihres Reichtums sitzen“ und „von all diesen alltäglichen Schwierigkeiten nicht berührt werden“, sehen laut Müller jetzt eine Chance, ihre Agenda durchzusetzen. Diese Agenda, so der Kardinal weiter, beruhe auf einer Hochstapelei – nämlich der Meinung „Wir könnten jetzt mithilfe der modernen Technik oder des Kommunikationswesens eine neue Schöpfung hervorbringen, einen neuen Menschen erschaffen“. Aber „eben nach ihrem Bild und Gleichnis“, sagt Müller.

Warum soll Müller ein Antisemit ein ?

Die professionellen PR-Verteidigungs-Experten der Superreichen eifern nun, Müllers obige Aussagen „liessen sich größtenteils verschwörungsideologisch werten.“ Warum ? Durch den Begriff „Gleichschaltung“ ziehe er „einen Vergleich zum Nationalsozialismus, der dadurch verharmlost wird“. Hinzu komme die Erwähnung des Milliardärs George Soros, „was als antisemitische Chiffre gewertet werden kann“, da Soros Jude sei.

Echt ? Zum Beispiel: Der Milliardär George Soros soll also Jude sein ? Keine Ahnung , ob wenigstens das stimmt. Auf Wikipedia lese ich über ihn nur , dass Soros Eltern Juden waren.

Mir ist es ehrlich gesagt , völlig wurscht, welcher Glaubensgemeinschaft jemand angehört , oder welche Herkunft er hat. Aber offenbar gehört es zum Handwerkszeug professioneller Verteidiger der Superreichen, damit deren Kritikern einen Strick drehen zu wollen.

Müllers Antwort auf die Medienhetze

Ludwig Müller schreibt in einer Antwortmail zu den Vorwürfen gegen ihn, dass er die Logik zurückweise, dass „wenn jemand die Finanzelite kritisiert, er automatisch auf der falschen Seite ist“. Er wiederholte seinen Vorwurf einer „nicht legitimierten Einflussnahme der superreichen Eliten in verschiedenen Ländern“.

Mein Fazit: Diese Medienschmierer verharmlosen den Antisemitismus, in dem sie alles und jeden an Kritikern der superreichen Kapitalisten als Antisemiten und/oder Verschwörungstheoretiker diffamieren.

toxischer Blog regensburg digital: Warum über Inhalte diskutieren, wenn man Andersdenkenden stattdessen persönlich am Zeug flicken kann ?

Auch der Blog regensburg digital (rd) bleibt seiner bekannten Linie treu. Im Kommentar :„Vom Vertuscher zum Verschwörungstheoretiker: Kardinal Müller radikalisiert sich weiter“ finde ich zur inhaltlichen Auseinandersetzung mit Müllers Aussagen schlichtweg nichts, nur die pauschale Behauptung, dass das Verschwörungstheorien seien.

Stattdessen werden dort Müllers Sünden aufgezählt.

Kardinal Müller gehört für mich zu den Ultrareaktionären, mit denen ich ansonsten nichts zu tun habe. Aber gut, dass er ein Kritiker der maßlosen Macht der Superreichen ist .

Offenbar findet dieser ehemals kritische Blog nichts daran, dass Milliardäre die Welt nach dem Motto „Wir basteln uns die Welt, wie sie uns superreichen Philantropen gefällt“ umgestalten . Kein Wunder , schon im ersten Diffamierungsartikel gegen die Coronapolitik-Proteste („Gegen die Weltherrschaft von Bill Gates…“, rd 29.4.20) war zur Verteidigung des Wirkens von Gates und Co. auf rd zu lesen, „dass die Bill & Melinda Gates Foundation seit vielen Jahren humanitäre Projekte “ betreibe..

Wie darf ich diese Sorte „Journalismus“ nennen ? Vorsätzliche Ahnungslosigkeit ? Bewusstes Sich-Dumm-Stellen statt recherchieren , was die Superreichen dieser Welt so treiben und bezwecken ?

Während ich bei rd die Hoffnung aufgegeben habe, irgendwann mal wieder kapitalismus-kritische Gedanken zu finden ,sind bei Kardinal Müller immerhin ein paar richtige Einschätzungen zu den Superreichen zu finden .

14.12.21

Autor: Otmar Spirk