Regensburger Alkoholkonsum-Verbot : Keiner unterstützt die Jugend. Alle für Corona-konformes Saufen. Seid ihr alle besoffen ?

Seit Wochen diskutieren jetzt in der Mittelbayerischen Zeitung etc. schon die großen Stadtrats-Parteien, die Stadtspitze und sog. Jugendexperten , wie man wenigstens das „wegen Corona“ eingeführte Alkoholkonsumverbot im öffentlichen Altstadt-Raum durchsetzt.

Da die jungen Leute bereits mit den Füßen abgestimmt haben, dass sie beim Maskenzwang nicht mehr mitmachen, sollen sie wenigstens corona-konform mit Abstand trinken.

Verstehe ich das richtig: Der tatsächliche Gesundheitsschaden durch Alkoholkonsum ist egal ! Hauptsache, es wird „corona-konform“ gesoffen – obwohl im Freien das Risiko einer Virusübertragung ohnehin praktisch null beträgt ?

Mal ehrlich gefragt: Wie besoffen ist diese Alkoholverbots-Diskussion denn ?

Sind da lauter lauter Alkoholiker und Co-Alkoholiker – Böcke als Gärtner unterwegs, oder wie ?

Als Vor-schläge in der Mittelbayerischen lese ich :

-das öffentliche Alkoholverbot mit Polizeigewalt durchsetzen

oder/und

-die Jugendlichen motivieren, dass sie auf den Freisitzen der Gastronomen ihr oft weniges Geld ausgeben, statt sich den Alk im billigen freien Einkauf zu besorgen.

An diesem „Konzept“ arbeitet die Stadtspitze gerade: Zum Beispiel gibt es praktisch das Angebot „Impfen und saufen“ dank dem Biergarten von Hahn auf dem Dultplatz direkt neben dem Impfzentrum . Genial !

Und jetzt wird sogar auf dem Domplatz eine öffentliche Gastronomie aufgemacht ! Hauptsache, sich gepflegt bzw. kommerziell lukrativ zudröhnen?

oder/und

-das städtische Betretungsverbot ab 23 Uhr von Jahninsel und Grieser Spitz aufheben, und so das Trinken auf eine größere Fläche entzerren.

Die Fragen, die sich mir stellen, lese ich nirgendwo : Was braucht die Jugend ?

Ist meine Wahrnehmung richtig, dass die Jugendlichen dank der Corona-Einsperrpolitik inzwischen generell mehr Alkohol konsumieren ?
Warum brauchen die Jugendlichen das, dass sie regelmäßig Alkohol trinken – und ein Teil von ihnen schon ganz schön viel!

Was ist in dieser Gesellschaft für die Jugendlichen alles nüchtern nicht mehr auszuhalten? Lebensfrust und Zukunftsangst, Stress und Sinnlosigkeit?

Und vor allem: Was bietet die Stadt den Jugendlichen an Unterstützung an, damit sie nicht mehr die harte Droge Alkohol brauchen, um überhaupt in Stimmung zu kommen?

Gestern auf der Jahninse: Im Stadt-Auftrag mit gelben Leuchtwesten für das Alkverbot

Denn angeblich gehts bei alle diesen Vor-schlägen ja um die Gesundheit – was ich bezweifle.

Ich glaube, es geht Euch nur um Euere Angst vorm Leben , und ums Durchsetzen gegenüber der Jugend, weil :

Zum Thema Alkohol und Gesundheit verweise ich auf ein paar Zahlen, die bei der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen nachzulesen sind:

Es sterben jedes Jahr geschätzt 74000 Menschen bei uns an den Folgen von Alkohol und Nikotin

Insgesamt 3 Millionen Erwachsene zwischen 18 und 64 Jahren hatten im Jahr 2018 in Deutschland eine alkoholbezogene Störung (Alkoholmissbrauch: 1,4 Millionen; Alkoholabhängigkeit: 1,6 Millionen).

Deutschland weist im internationalen Vergleich seit vielen Jahren einen sehr hohen Alkoholkonsum auf.

Studien zeigen, dass mehr als 200 Erkrankungen durch Alkoholkonsum mitverursacht sind. Die Diagnosen, die allein auf Alkoholkonsum zurückzuführen sind, machen daher nur eine Minderheit unter den jährlichen alkoholbedingten Todesfällen aus. Tatsächlich liegen die Zahlen der an oder mit Alkoholkonsum Verstorbenen höher. Aktuell lässt sich jedoch nicht beziffern, um wie viel höher.

Wann bietet die Stadt den jungen Menschen endlich Alternativen zur harten Droge Alkohol an ? Diverse und vor allem erschwingliche Angebote für die Lebensfreude, die gibts in dieser Stadt viel zu wenig : Sachen, wofür man nicht von Alkohol benebelt sein muss, um sich daran zu erfreuen .

Mir fällt da der Satz ein : Es sind mehr an Corona verblödet als gestorben. Vielviel mehr, meiner Meinung nach .

19.6.2021

Autor: Otmar Spirk