Wem wir unsere Gesundheit anvertrauen: Pfizer/BioNTech

von Tom J. Wellbrock

In der Darstellung nach außen ist wohl keine Branche derzeit so mit Zuspruch gesegnet wie die Impfstoffhersteller. Befeuert von Politik und Medien wird das Bild der selbstlosen Lebensretter vermittelt. Das könnte kaum weiter von der Realität entfernt sein.

Werfen wir also einen kleinen Blick auf die dunkle Seite der Pharmaindustrie. Oder, genauer: auf Pfizer/BioNTech.

Tests am Menschen

Früher, als die Pharmaindustrie noch nicht das Image von Pandemiebekämpfern hatte, wurde die teils sehr eigenwillige Methodik bekannt, mit der die Medikamentenentwicklung betrieben wurde. Um neue Medikamente zu testen, wurden Strafgefangene in die Pflicht genommen. Das hatte allerdings zur Folge, dass Menschenrechtsorganisationen im Dreieck sprangen, woraufhin Handlungsbedarf bestand.

Deutlich überzeugender war aber das finanzielle Argument. Musste Pfizer in den USA pro Proband mit 30.000 Dollar kalkulieren, konnte das Unternehmen in Nigeria mit 3.000 Dollar pro Patient spürbar kostengünstiger am Wohl der Menschheit arbeiten. Mit dem Segen der nigerianischen Militärregierung wanderte Pfizer also 1996 temporär aus und versuchte in Nigeria sein Glück.

Getestet wurde das Antibiotikum „Trovan“. Und während heute über Kinderimpfungen debattiert wird, bezog Pfizer die Kleinsten unter uns bereits aktiv mit ein. 100 Kindern wurde das Medikament verabreicht, fünf von ihnen überlebten das Experiment nicht.

Es stand der Vorwurf im Raum, dass die Eltern der Kinder nicht mit der nötigen Sorgfalt befragt wurden, doch Pfizer dementierte vehement. Zudem, so das Unternehmen, seien die Todesfälle nicht auf das Medikament, sondern auf die Krankheit Meningitis zurückzuführen. Die Fragestellung „an oder mit dem Medikament“ gab es damals noch nicht. Daher blieb auch bei einer Vergleichsstudie mit einem anderen Medikament, die sechs weitere Kinderleben kostete, die Frage offen, woran genau sie gestorben waren. Gleiches gilt für die Kinder, die während der Tests (durch oder mit dem Medikament) Hirnschäden erlitten. (https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/markt/wikileaks-belastet-pfizer/)

Gut, dass Pfizer den Fall aufklären konnte. Für Meningitis kann der Konzern ja nun wirklich nichts. Somit konnten und mussten alle erleichtert sein.

Ich sehe was, was du nicht siehst

Aktuell ein Thema sind – wenn auch vom Mainstream eher stiefmütterlich behandelt – die Studien von Pfizer. Das waren sie auch schon im Jahr 2010, als der Konzern Studien über ein Medikament gegen Depressionen zurückhielt, schwärzte oder schlicht verschwieg. Die „Süddeutsche Zeitung“ schrieb damals:

Das Pharmaunternehmen Pfizer hält Arzneimittelprüfern zufolge Daten zu einem Mittel gegen Depressionen zurück. Auf diese Weise macht es der Konzern unmöglich, die Wirksamkeit des Medikaments zweifelsfrei zu beurteilen.

Von insgesamt 17 Studien erblickten nur 10 das Licht der Öffentlichkeit, nach der Auswertung der verbliebenen Studien stellte sich heraus, dass das Medikament „Edronax“ faktisch keinerlei Wirkung erzielte, von Heilung ganz zu schweigen. Das alles dauerte 12 Jahre, in denen weder Ärzte noch Patienten angemessen über das Medikament aufgeklärt wurden.

Aber wir wollen mal nicht kleinlich sein, die Studien waren ja da. Irgendwie.

Ich zeig’ dir was, was du nicht willst

Und heute? In der Krise, der Pandemie, dem größten Drama seit Bestehen der Bundesrepublik? Sieht alles ganz anders aus.
Oder?

Nein, eher nicht. „Transparency International Deutschland e.V.“ schreibt:

Weltweit wurden nur 7% der Verträge zur Beschaffung von Impfstoffen über offizielle Kanäle veröffentlicht. Davon enthalten fast alle erhebliche Schwärzungen von Schlüsselinformationen wie Gesamtpreis, Preis pro Dosis und Lieferpläne. Nur ein Vertrag (0,5%) wurde ohne Schwärzungen veröffentlicht. Gerade Deutschland sollte nach den Korruptionsverdachtsfällen rund um die sogenannte Maskenaffäre mit Blick auf Transparenz bei der öffentlichen Beschaffung vorangehen.

Freuen wir uns also, dass die Korruptionsverdachtsfälle rund um die Maskenaffäre nur eine Anhäufung von Einzelfällen sind. Und beruhigen wir uns, weil die CDU nach der Maskenaffäre geschlossen eine „Ehrenerklärung“ verfasst und eigenhändig unterschrieben hat.

Wie schön könnte die Welt sein, wenn die Union das schon vorher gemacht hätte?

„Transparency International“ schreibt, dass von 86 analysierten Studien lediglich 45 Prozent veröffentlicht wurden, wovon allerdings bei 41 Prozent ein weiteres Problem besteht: Ihre Inhalte wurden nur auf Pressekonferenzen oder in Pressemitteilungen durch die Impfstoffhersteller an die Öffentlichkeit befördert. Und wir erinnern uns vielleicht, dass in den Medien oft von derlei Pressemitteilungen die Rede war, als es um die Wirksamkeit der Impfstoffe ging. Nur bei 12 Prozent der Studien wurden klinische Studienprotokolle veröffentlicht.

Pressemitteilungen lesen wir allerdings jeden Tag, bei der Tagesschau, der Süddeutschen, beim Spiegel und vielen weiteren Blättern, deren Seriosität dadurch besticht, dass sie brav durchkauen, was ihnen aufgetragen wird und dann in Windeseile voneinander abschreiben, damit sie mit ihren investigativen Meldungen eine Spur schneller sind als die Konkurrenz.

Korruption, die 60 Millionen Dollar wert ist

Bevor wir uns nochmals mit dem heutigen Verhalten von Pfizer/BioNTech beschäftigen, werfen wir einen kurzen Blick zurück ins Jahr 2012. Damals hatte das Unternehmen eine Strafe von 60 Millionen Dollar akzeptiert, die erhoben wurde, weil es in Kroatien, Bulgarien, Russland und Kasachstan zu Schmiergeldzahlungen gekommen war. Insgesamt 15 Millionen Dollar wechselten damals die Besitzer.
Weitere 45 Millionen Dollar zahlte Pfizer wegen Schmiergeldzahlungen in Serbien, Italien, China und Tschechien.

Doch eine gute Nachricht gibt es auch: Pfizer konnte für all das nichts. Das Unternehmen hob damals hervor, dass weder das Ministerium noch die SEC unterstellt hätten, dass Pfizer von diesen krummen Dingern wusste.

Mehr noch: Sofort, nachdem Pfizer von diesen merkwürdigen Vorfällen erfuhr, leitete es unverzüglich eigene Untersuchungen ein, um die Sache aufzuklären.
Nicht auszudenken, wenn in diese Affäre ein Unternehmen verstrickt gewesen wäre, das nicht durch Ehrlichkeit, Tapferkeit und Uneigennützigkeit charakterisiert werden kann.

Argentinien, das Land der Feuerwehrleute

Kehren wir in die jüngere Geschichte, in den Februar des Jahres 2021 zurück. Mitten in der Corona-Krise war es Argentinien, das womöglich zur Rettung der Menschheit hätte beitragen können. Mehr als 6.000 Argentinier waren schon im August 2020 dem Aufruf gefolgt, als Feuerwehrleute für die gute Sache zu kämpfen und den Impfstoff von Pfizer/BioNTech an sich testen zu lassen. Die Hälfte von ihnen erhielt ein Placebo.

Was folgte, war ein „Operation erfolgreich, Patient tot“. Denn Ginés González García, der argentinische Gesundheitsminister, war Anfang Februar auf einer Pressekonferenz alles andere als erfreut, als er mitteilte:

Pfizer hat sich schlecht betragen.

Eine durchaus diplomatische Formulierung, von der sich unser trampelnder Außenminister Heiko Maas ein paar Scheiben abschneiden könnte.

Ginés González García hätte aber durchaus Grund gehabt, weniger Diplomatie an den Tag zu legen.
Denn abgesehen von den 6.000 Argentiniern, die sich für ein Impfexperiment zur Verfügung gestellt hatten, gingen, als die „Feuerwehrleute“ nicht mehr gebraucht wurden, die verbliebenen 44 Millionen Bürger des Landes leer aus. Und zwar aus einem Grund, der uns nur allzu bekannt sein dürfte.
Argentiniens Präsident Alberto Fernández sagte nämlich sehr deutlich, dass die Haftungsfrage kein Diskussionspunkt sei:

Sie sind verantwortlich für den Impfstoff, nicht der Staat. Der Staat kauft und sie verkaufen. Ich verstehe nicht, warum wir ihnen eine Norm verschaffen sollen, die sie von jeglichen zivilen und strafrechtlichen Verantwortlichkeiten freispricht.

Doch die Leser mögen von der Schnappatmung absehen, denn auch diese kleine, scheinbar ärgerliche Geschichte hat eine plausible Erklärung zu bieten. Denn es war nicht die Haftungsfrage, die zum Scheitern der Verhandlungen führte. Pfizer erklärte dem unwissenden Rest der Welt, dass Argentinien nicht bereit war, den nicht ganz billigen Transport der hoch sensiblen und kühl zu lagernden Impfstoffe zu zahlen.

Also: Don’t Cry for Me Argentina.
Und tschüss.

Dieser Beitrag wurde mit freundlicher Genehmigung aus dem Online-Magazin Neulandrebellen übernommen. Hier der link zum Original:

INFO: Hier berichtete ich über den Pharmakonzern Johnson & Johnson ( Janssen-Gentech-Impfstoff)