Der Lockdown-Staat: Statt rechtzeitiger Förderhilfe jetzt 1-stündige Lehrer-Fortbildungen für suizid-gefährdete Kinder

ein Gastbeitrag von Kinderfreund

In den Kindertagesstätten und in den Schulen lief schief, was schief gehen konnte:
Die Kindergartenkinder und Kinder in schwierigen Familien-Verhältnissen wurden im Stich gelassen:

Frühförderkräfte, die in Kindertagesstätten und Familien für das Aufholen von
Entwicklungsrückständen zuständig sind, wurden mit jedem Lockdown als erste
zurückgepfiffen und konnten ihrer Arbeit nicht nachgehen.

Ja, völlig egal, ob die Kinder wegen einer Behinderung, wegen Migrationshintergrund oder schwierigen Familienverhältnissen belastet waren: nichts ging.

Und auch dazwischen wurde die Arbeit der Frühförderkräfte von den KiTas nicht angefragt. Warum ? Wäre ja ein Gesundheitsrisiko mehr, wenn von außen eine Person kommt !

Und die Kinder in den Schulen ?
Das Fernhalten von der Schule hat viele Schülerinnen und Schüler in ihren
Möglichkeiten zurückgeworfen. Nicht überall hat der Fernunterricht, die
digitale Ausstattung, der Breitbandausbau und die Unterstützung durch die
Eltern und Geschwister funktioniert. Hier war gut dran, wer auf entsprechende
finanzielle und personelle Ressourcen (Hilfe aus dem familiären Umfeld) zurückgreifen
konnte.
Kann aber halt bei weitem nicht jeder !
Und wo das technische Equipment funktionierte: bei manchen lief es sich heiß.
Kinder gibt‘s, die mir ungerührt erzählten, sie hätten nichts vermisst, als sie drin
bleiben mussten und nicht in die Schule konnten. Sie hätten ja ihre Playstation
und ihren PC gehabt.

Da gruselt es mich – die Freunde der Digitalisierung wird es freuen. Da steigen Absatz und Umsatz im digitalen Bereich.
Übrigens ist die „Digitalisierung“ der drittstärkste Wirtschaftsbereich heutzutage, nur getoppt von der Pharmaindustrie (2. Platz) und der Rüstung (1. Platz). Klingelt es da bei
Ihnen?
Und der Bildungssektor kommt auf Platz……………….äh? Keine Ahnung.
Erst sehr spät wurden z. B. durch das Kultusministerium Maßnahmen
angekündigt, die benachteiligten Schülern Hilfe bringen sollten. Hier nur zwei
Beispiele:
Die Einstellung pädagogischer Hilfskräfte, die für differenzierte Lernförderung
angeworben wurden, wurde so spät auf den Weg gebracht (erst als die Schule
im Mai wieder begonnen hatte), dass sie nicht mehr oder erst sehr spät zum
Einsatz kamen.

Grund: polizeiliche Führungszeugnisse brauchten Wochen, bis sie endlich ankamen – Bürokratia sei Dank. Wieder waren Kinder die letzten, an die gedacht wurde. Der zusätzliche Unterricht in den Ferien (zwei Wochen) wurde ebenso spät auf den Weg gebracht. Die Lehrkräfte hatten kaum zwei Tage Zeit, alle Eltern – auch und besonders die mit sprachlichen „Handicaps“ – zu informieren und deren Rückmeldung einzuholen, ob ihr Kind teilnehmen würde. Entsprechend war der Rücklauf sehr mager. Da war kaum Zeit für die Pädagogen vor Ort, etwas zu organisieren.
Dafür gibt es jetzt aber für Lehrer einstündige ( ja : 1 Stunde ! ) Fortbildungen für
den Umgang mit suizidgefährdeten Schülern.

Besten Dank, kann da die kommende Generation nur sagen!