Gehen Sie direkt in Quarantäne, gehen Sie nicht…Wofür gleich nochmal gibt es Ärzte ?

von Gesundheitsfreund

Kennen Sie Monopoly? Da gibt es doch das Feld „Gefängnis“. Dort steht: „Gehen Sie direkt ins Gefängnis, gehen Sie nicht über Los, ziehen Sie nicht 4000 € ein.“

So ähnlich kam ich mir vor, nachdem ich kurz vor dem Wochenende mit einer Erkältung zum Hausarzt ging:

Keine gravierenden Symptome, kein Fieber; aber doch so, dass ich damit nicht in die Arbeit gehen konnte. Ich erwartete, wie „vor Corona“ auch, außer der Krankschreibung ein Rezept oder mindestens Tipps, wie ich diese gesundheitliche Beeinträchtigung heilen kann.

Fehlanzeige. Alles anders:

Der Arzt war in scheints unvermeidlicher Totalvermummung bis hinauf zur Brille gekleidet. Alleine das schafft schon viel Distanz. Wieso ging das eigentlich früher selbst während der schweren Grippewellen anders ? Er fragte nach dem Problem, schaute daraufhin in den Rachen. Als nächstes nahm er das „Staberl“, kratzte damit schmerzhaft in selbigem, eh schon strapaziertem Rachen herum. Dann beschied er mich, dass ich unverzüglich nach Hause gehen und dort bleiben solle, bis mein Testergebnis feststehe. Und seltsam: Seine Krankschreibung gilt nur so kurz , bis das PCR-Testergebnis da ist. 

„Gehen Sie heim, sonst nirgends mehr wohin, nicht einmal in die Apotheke“

Der Arzt sagte also : „Gehen Sie heim, sonst nirgends mehr wohin, nicht einmal in die Apotheke“.

Für die hätte ich auch mangels Rezept gar nichts in der Hand gehabt. Denn statt mich zu beraten, was ich jetzt für meine Gesundheit tun könne, fokussierte er sich auf seine Dokumentation, die er in den PC tippte. (Da ist er aber nicht der einzige Arzt, der mehr mit dem PC als mit Patienten kommuniziert.)

Dann schickte er mich in den Nebenraum, wo ich einen QR-Code von der Helferin erhalten sollte, für die Luca-App. Damit würde ich mein Ergebnis aufs Handy erhalten. In meiner Verblüffung vergaß ich ganz nachzufragen, ob Herr Doktor vielleicht Empfehlungen oder ein Rezept für mich habe gegen die Symptome. 

Ganz ehrlich: wenn es mehr Leuten so geht, dass sich Mediziner nur noch um die Tests und die Impfungen sorgen, statt um die tatsächlichen Beschwerden und die Gesundheit ihrer Patienten, dann wundert mich nichts mehr.

Kümmert sich denn erst bei Komplikationen jemand um Menschen mit Erkältungssymptomen oder mit positivem Test? Muss man dazu erst im Krankenhaus landen?

Ich war jedenfalls heilfroh, einen vollen Küchenschrank, frisches Obst, Gemüse, Hühnerbrühe und eine für den Winter ausgerüstete Hausapotheke daheim zu haben.

Wie lösen das die armen Schlucker ohne Geld und gutes soziales Umfeld ?

Wie lösen das denn arme Schlucker, die sich keinen Lieferdienst leisten können und auch keine rezeptfreien Medikamente? Wie machen das Leute ohne ein soziales Umfeld, das ihnen gerne etwas vor die Tür stellt? Das sind Fragen, die mir erst in der Betroffenheit und beim Schreiben zu Bewusstsein kommen.

Ach ja, und die Luca-App…

Die Luca-App habe ich mir trotz meiner Bedenken zum Datenschutz heruntergeladen und mich registriert. Schließlich wollte ich nicht erst am Montag früh beim Anruf in der Arztpraxis mein Ergebnis haben, sondern etwas früher. Und wie das gern mal ist mit der IT-Technik: der Code ist von meinem Handy nicht einzulesen.

Also warte ich weiter…

Die Luca-App wird also das nächste sein, was ich in die Tonne treten werde – mit Begeisterung!

Welche Erfahrungen hast Du gemacht, fragte ich in meinem Freundeskreis herum ?

Dieselben, bekam ich zur Antwort. In die Quarantäne geschickt anstatt irgendeiner Hilfe !